Meine 5 Gründe kein Content-Management-System zu verwenden

Meine 5 Gründe kein Content-Management-System zu verwenden
Bildrechte: Marco Griep (CC BY-NC-ND)

Bevor ich in den Kommentaren einen Glaubenskrieg zwischen CMS Befürworter und Static-Page-Generator Fans auslöse, eins vorweg: Dieser Beitrag hat die Absicht die Nachteile von Content-Management-Systemen wie WordPress und Joomla zu verdeutlichen und Alternativen aufzuzeigen. Alle hier beschriebenen Web-Technologien haben Ihre Vor- wie auch Nachteile sowie Ihre Daseinsberechtigung. Ich möchte in diesem Artikel den Einsatz von Content-Management-System gar nicht schlecht reden, sondern vielmehr zum Umdenken anregen. Meine Alternative zu WordPress, Joomla uns Konsorten lautet Static-Page-Generatoren, und meiner Meinung nach, kann diese Art von Web-Technologie fast alles, was Content-Management-Systeme auch können nur ohne die unten stehenden Nachteile. Selbstverständlich haben Static-Page-Generatoren nicht auch Nachteile. Was ich mit diesem Beitrag erreichen möchte ist, dass Sie vor Ihrem nächsten Internetauftritt mal darüber nachdenken, ob Sie wirklich ein CMS benötigen.

Was ist überhaupt ein Content-Management-System?

Was ein Content-Management-System (auch kurz CMS) überhaupt ist, möchte ich gar nicht in ganzer länger Erläutern. Kurzum: Ein CMS ist eine webbasierte Software, mit deren Sie Websites erstellen können, ähnlich einem Webseiten-Baukasten, nur mit dem Unterschied das Sie viel Flexibler sind und mehr Spielraum haben. Von einfachen Unternehmens- oder Vereinswebseiten, über Blogs bis zu Webshops ist alles möglich. Bei einem CMS werden die Inhalte mithilfe von Editoren und Erweiterungen erstellt und vom Server als HTML Seite an den Browser des Website-Besuchers ausgeliefert.

Was ist jetzt ein Static-Page-Generator?

Während bei einem CMS in der Regel der Server das HTML erstellt und an den Client ausliefert, muss bei einem Static-Page-Generator das HTML konstrukt gar nicht beim Website aufruf erzeugt werden, sondern liegt statisch und fertig auf dem Webserver zur Auslieferung bereit. Das kann je nach Server-Performance und eingesetzter Technologie einen immensen Performance-Vorteil haben. Die sogenannte Page Speed ist mittlerweile ein sehr wichtiger Faktor was die Besucherzahlen auf der Website angehen. So sind viele Webseiten-Besucher mit dem Smartphone auf Eurer Website und da macht sich eine langsame Website durch hohe Absprungraten bemerkbar. Sicher kann man auch mit einer Dynamisch generierten Website eine schnelle Performance erzielen, dies benötigt meiner Erfahrung nach aber sehr viel Optimierungsarbeit die teilweise bei einem CMS nur schwer umsetzbar sind da Sie auf einige Codeabschnitte gar keinen Einfluss haben können z. B. Erweiterungen. GZip Komprimierung und Caching funktioniert genauso gut bei Static-Page-Generatoren und zählt nicht aus Grund doch ein CMS zu verwenden.

Wie Sie Ihre Page Speed optimieren können können Sie in Kürze in meinen nächsten Beitrag lesen

Mein Background - Joomla und WordPress

Kurz zu meinem Hintergrund: Mit der Webentwicklung beschäftige ich mich seit meiner Ausbildung im Jahr 2008. Anfangen habe ich tatsächlich ganz klassisch mit der Programmierung von statischen Seiten mit HTML und CSS. Die Verwendung von CSS-Frameworks war zu dieser Zeit noch in weiter Ferne für mich. Damals war die Webentwicklung für mich ein Just for fun Projekt, heutzutage ist Webentwicklung mein Daily Business geworden. Ich schreibe aktuell nicht nur Websites, sondern auch Enterprise Web-Applikationen mit den Erfahrungen die ich damals gesammelt habe – nur eben etwas moderner. Ca. im Jahr 2010 bin ich dann auf Joomla gestoßen und habe damit auch meine ersten mini- Jobs gemacht. So hatte ich damals die Webseite vom Langlauf-Verein Drei Buchen gemacht bei dem mein Vater im Vorstand war. Auch mein Abschlussprojekt der Abendschule umfasste die Programmierung eines Unternehmenswebsite welche dann auch letztendlich Live ging. Joomla macht mir als CMS das leben viel leichter. Ich startete in der Regel mit dem Joomla Bootstrap Basis Template und habe die Designs selbst gemacht. In den letzten Jahren habe ich viele Joomla wie auch WordPress Seiten online gebracht und kenne die Probleme, welche ein CMS mit sich bringt. Seit 2020 setze ich für keine einzige Website von mir noch ein CMS ein. Welche Gründe ich habe, erkläre ich Euch in den folgenden Kapiteln.

Warum ich persönlich KEIN CMS mehr verwende

Verstehen Sie mich nicht falsch, Content-Mangement-Systeme sind was Tolles und machen das Leben von vielen „nicht-technisch-versierten“ Menschen das Leben leichter. In diesem Artikel geht es aber darum was gegen ein CMS spricht. Welche Gründe für ein CMS Sprechen könnt Ihr im Artikel 5 Gründe für ein CMS nachlesen.

Grund 1 - Ein CMS ist nix halbes und nix ganzes

CMS Systeme werden so entwickelt dass man so ziemlich alles mit realisieren kann, dementsprechend sind diese häuftig sehr modular und unspezifisch auf einen Zweck programmiert. Ein CMS soll einfach alles können, von einer einfachen Vereinswebsite mit wenigen Texten und einem Kontaktformuar, bis hin zu Unternehmenswebseiten, Redaktionelle Blogs wie auch Webshops ist alles dabei. WordPress wurde damals primär zum Bloggen entwickelt und das merk man auch wenn man sich den darunterliegenden Code anschaut. Hinterher kamen dann ganz viele Erweiterungen die Funktionen daraufgepackt haben welche eigentlich nicht angedacht war. Die Systeme können quasi alles, aber nix richtig gut. Wenn Sie eine einfache Website erstellen wollen. Mit einer “Über uns” Seite, einem Impressum, Kontaktformular und vielleicht einem Blog (vielleicht sogar mit Kommentarfunktion), ist ein CMS eventuell komplett oversized. Denn das kann man genauso einfach mit einem Static-Page-Generator wie hugo umsetzen, nur mit dem Unterschied das Sie keine CMS-Updates, Extension-Updates und Datenbank Sicherungen machen müssen. Sie brauchen für diese Funktionalität keine Serverseitige Logik. Der komplette CMS Code welcher Benutzer und Gruppenverwaltung, Sicherheit, Template laden und HTML Generieren übernimmt, ist hier Overhead. Nutzen Sie für solche Seiten lieber einen Static-Page-Generator, sollten Sie doch mal einen Webshop benötigen, nutzen Sie ein System dazu welches für diesen Zweck gemacht ist und verweisen Sie auf eine Subdomain. Für ein Shopsystem kann ich OpenCart nur empfehlen.

Grund 2 - Mehr Aufwand als Nutzen

Sind wir mal ehrlich, wir möchtem uns gar nicht aktiv um unsere Webseite kümmern müssen. Die Webseite sollte eine Möglichkeit sein, unseren Content der jeweiligen Zielgruppe zur Verfügung zu stellen. Die Webseite Besucher sollen auf unserer Seite entweder auf eine Dienstleistung oder Produkte aufgemerksam gemacht werden damit wir mit unserer Seite Geld verdienen. Mit der Website an sich verdienen wir nicht das Geld, sondern mit unserem Content den wir über die Website anbieten. Unsere Internetseite ist also nur ein Schaufenster für unsere Produkte oder Dienstleistungen. Was hat das jetzt alles mit einem CMS zu tun? Ich bin der Meinung das Ihr lieber Euren Fokus auf Euer Kerngeschäft bzw. die Entwicklung und Vermarktung Eurer Produkte setzen solltet anstatt auf Eure Website. Ihr könnt gar keine Website haben und Trotz dem Geld verdienen! Warum solltet Ihr also Stundenlang Zeit damit verbringen irgendwelche Extensions zu updaten. Im Code von Themes zu wühlen, um diese auf Page Speed zu optimieren nur, weil Euer Template-Anbieter Haufenweise CSS und JavaScript mit reingepackt hat, damit auch keine Extension das Design zerhaut? Um Texte, Bilder und Videos zu veröffentlichen brauchen Sie zwangsläufig kein CMS. Spart Euch die Systempflege. Wenn Ihr ein System wie Git nutzt, braucht Ihr Eure Website Nichtmal ins Backup aufzunehmen, je nach Anbieter kostet das nämlich zusätzlich Geld.

Grund 3 - Abhängigkeit zu Herstellern

Hier sind wir dann auch schon beim nächsten Argument gegen ein CMS. Content-Management-Systeme an sich sind in der Regel kostenlos. Aber um eine Vernünftige Seite aufzubauen, kommt Ihr um Erweiterungen eigentlich nicht vorbei. Manche noch so banale Dinge wie ein Cookie Banner kosten dann sogar Geld und nicht selten als Abo-Modell. So kommen zu Euren monatlichen Fixkosten für Hosting, dann noch vorher unbedachte Kosten für Erweiterungen auf Euch zu. Klar gibt es auch kostenlose Erweiterungen, diese können auch gut sein. Jedoch hatte ich schön öfters mal das Problem das eine Erweiterung nicht mehr vom Hersteller gepflegt wurde und ich mein CMS nicht updaten konnte, weil die Erweiterung nicht kompatibel war. Daraus resultieren dann Sicherheitslücken und Abhängigkeiten zu Herstellern die Euch viel Zeit, nerven und Geld kosten können.

Grund 4 - Denn wir Wissen nicht was Sie tun

Im Guten glauben installieren wir also Code auf unserem System und bestimmte Funktionalitäten zu ermöglichen. Was der Code genau tut, können wir dabei nicht sagen. Klar können wir in den Quell Code schauen, aber macht das wirklich jemand? Solange es funktioniert - wird es verwendet. Mit jeder Erweiterung die Sie installieren, Riskieren Sie Sicherheitslücken und machen Ihre Webseite angreifbarer. Zu viele Erweiterungen machen Ihre Website nur langsamer und anfälliger.

Grund 5 - Keine gute Seitenqualität durch WYSIWYG-Editoren (What-You-See-Is-What-You-Get)

Sowohl mit WordPress wie auch mit Joomla hatte ich in der Vergangenheit sehr sehr oft das Problem dass die Beitrags-Editoren das Layout vermurksen können. Teilweise wurden div Container geschlossen obwohl kein öffnender div im Beitrag war, was dazu führte das mein Spaltenlayout nicht mehr gepasst hat. Texte wurden auf einmal Fett oder in einer anderen Schriftart dargestellt, weil der Editor einmal meinte einen Paragraf Tag verwenden zu müssen, und einmal einen Span-Tag. Gleiches Problem hatte ich mit Zeilenabständen. Diese Fehler raus fummeln kann nervig sein und hält mich davon ab einfach meine Texte zu schreiben. Meine Lösung bestand dann darin von den Editoren wegzugehen und einen HTML Code Editor zu verwenden und Plain-HTML zu schreiben. Um HTML Code zu erzeugen brauch ich jedoch kein CMS. Selbst mein Static-Page-Generator liefert oft besseres HTML, das durch die Markdown Sprache generiert wurde als diese WYSIWYG-Editoren. Wenn dann mal die Beitragsformatierung vom CMS gepasst hat, war die Qualität nicht gerade gut. Unnötige Inline CSS Statements sowie unbenutzte HTML Tags blähen den Code nur unnötig auf und erhöhen die Dokumentengröße, die der Server ausliefern muss.

Eure Meinung ist gefragt

Welche Erfahrungen habt Ihr bereits mit Content-Management-Systemen und den oben beschriebenen Problemen? Schreibt Eure Erfahrungen doch mal in die Kommentare. Wäre für Euch ein Static-Page-Generator eine Option?